Verbindung mit Eiderstedt: Deich und Düne


Solange die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig der Halbinsel Eiderstedt war, waren St. Peter und Ording die Armenhäuser der Landschaft. Nach 1950 wendete sich das Blatt. Heute ist St. Peter-Ording - seit 1967 zusammengelegt - durch den Tourismus das größte Wirtschaftszentrum in dieser Landschaft. Dieser Wandel ist psychologisch und wirtschaftlich noch nicht verkraftet, denn die Dörfer werden noch von der Bauernschaft verwaltet mit dem größten Interesse für die Landswirtschaft, der Tourismusort St. Peter steht unter der Führung von Bürgern, die ihr Interesse vor allem im Tourismus sehen.

 

Es gibt historische Verbindungen und Abhängigkeiten alter Form: Allen voran die Oberflächenentwässerung und der Deichbau, hier in St. Peter der Dünenschutz. Der Schutz des Ortes gegen das Meer durch den Außendeich liegt in den Händen des Staates, aber der Schutz der zweiten Deichlinie mit den Stöpen und dem Dünengelände und die Regelung der Oberflächenentwässerung liegt in der Hand des Deich- und Hauptsielverbandes (DHSV). Die Dünen sind nicht im Besitz der Gemeinde, sie sind erweiterter Deichschutz und ihre Pflege liegt in der Hand des DHSV. Jede Veränderung muss mit der Gemeinde abgesprochen werden.

 

Durch Vernachlässigung des Geländes der Dünen durch den DHSV wurde 1841 den Gemeinden das Gebiet der Kirchenleye zugesprochen. Dies Gebiet gehört nun zum Gemeindeland.

 

Erst danach - seit 1860 - begann die Pflege der Dünen. Zuvor galten die Dünen als die "Wüste Arabiens", d.h. es waren weiße Dünen, die nur vom Strandhafer bewachsen waren und wanderten. Man begann, sie durch Bestick und durch Bepflanzung zu sichern und zu festigen. So ist nach und nach der Wald entstanden, der heute eine Attraktion an der Westküste ist. Der Waldgelände ist eigentlich eine alte Dünenlandschaft.

 

Der Dünensand ist die Ursache dafür, dass der Deich vor St. Peter mit Asphalt gedeckt ist. Es wäre zu kostspielig gewesen, eine Schicht Kleierde von einem halben Meter herbeizuschaffen. Der Asphalt - wenn auch nicht so schön wie der grüne Deich - ist sicherer und günstiger.

 

Im Norden und im Süden, wenn der Deich das sandige Gebiet verlässt, folgen wieder die grünen Deiche mit den Schafen und ihren "goldenen" Hufen.

 

Claus Heitmann/AGO