Die Internierung 1945


Nach der Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkrieges galt es für die Engländer, die Nordarmee Deutschlands aus Norwegen und Dänemark gefangen zu setzen, zu überprüfen und dann ordentlich zu entlassen. Anfang Mai 1945 verließen die Soldaten Dänemark oft in Gewaltmärschen und wurden dann in Eiderstedt und dem nördlichen Dithmarschen in der Sperrzone G interniert. Sie kamen in ein Gebiet, das schon übervoll war von Flüchtlingen und Ausgebombten, in dem auch noch die "displaced person" (Fremdarbeiter aller Nationen) sich bewegten, die selber noch nicht wussten, wie sie in ihre Heimat zurückkehren konnten. Eiderstedt und Norddithmarschen musste unter dem Kommando von General Witthöft ca. 400 000 Soldaten aufnehmen, die auf Schulen, Höfen und Lager verteilt wurden, aber auch im Ordinger Wald, in den Dünen und auf den Feldern kampierten.

 

An der Vosskuhle bei Husum mussten sie ihre Waffen abgeben. Anfangs wurden sie noch aus eigenen Beständen verpflegt, aber schon bald mussten sie auf die Hilfe der Bevölkerung zurückgreifen, so dass die Not sich in Eiderstedt vergrößerte. Im Laufe des Sommers bis zum September wurden allerdings viele Soldaten entlassen. Diejenigen, die der SS angehört hatten wurden von hier in andere Gefangenlager nach England, Amerika oder Kanada transportiert, wer als Arbeitskraft in einem Kohlebergwerk arbeiten wollte als nächster, dann die Arbeiter für die Bauerhöfe. Bis zuletzt blieben die Künstler und Angestellten. Am 6. Oktober 1945 war das Gefangenlager G aufgelöst. (H. Piening "Als die Waffen schwiegen" 1995, S. 82 ff)

 

St. Peter und Ording beherbergten eine Kommandantur im Hotel Stadt Hamburg. Der Ort hatte zuvor ein Marinelager beherbergt und war belegt mit vielen kranken Soldaten im damaligen Lazarett "Köhlbrand" mit all seinen Nebenstellen. 32 Soldaten starben im Lazarett und wurden hier beerdigt, einige fanden hier Arbeit, da sie nicht in ihr Heimatland zurückreisen konnten oder wollten, das von den Russen besetzt war, andere heirateten hier oder fanden eine neue Existenz. Zusammen mit den Flüchtlingen bildeten sie eine Gruppe, die nach dem Krieg das Leben im Ort wieder in die Hand nahm und in vielem die Richtung bestimmte. (vgl. "Aus der Ortsgeschichte 1945-1950" W. Werthen 10 S.137ff und O. Jensen Heft 10 S. 36ff)

 

Am 13. Mai 1945 mussten viele junge Mädchen und Frauen Eiderstedt verlassen.

 

Claus Heitmann/AGO